22. Oktober 2026
Seit der letzten Umgestaltung 1993 hat sich Wil stark verändert. Heute teilen sich täglich Tausende Pendlerinnen und Pendler den Bahnhofplatz mit Bussen, Velos und Autos. Es wird eng, der Bushof kommt an seine Grenzen und beim Umsteigen fehlt oft die nötige Orientierung und Platz. An einer Informationsveranstaltung zeigten Stadt, Kanton, Regio Wil und Projektverantwortliche, wie der Bahnhofplatz fit für die Zukunft werden soll.
Ein Bahnhofplatz für alle
Geplant ist ein Bahnhofplatz, an dem sich alle gut zurechtfinden: mit kurzen, hindernisfreien Wegen, hellen Umsteigebereichen und einem Dach, das beim Warten auf den Bus vor Regen und Sonne schützt. Velos sollen sicher in einer Einstellhalle Platz finden. Neue Bäume und Grünflächen sorgen für Schatten und weniger Hitze im Sommer. Ein attraktiver Bahnhof ist auch wichtig für die lokale Wirtschaft: Unternehmen und Gewerbebetriebe sind auf eine gute Erreichbarkeit angewiesen. Die Aufwertung soll zudem Wil als Standort stärken und Anreize für private Investitionen schaffen in eine Zukunft in der Region zu investieren.
Wichtig für die ganze Region
Doch das Projekt ist nicht nur für die Stadt Wil wichtig. Menschen aus den umliegenden Gemeinden in zwei Kantonen nutzen ihn täglich, um zur Arbeit, in die Ausbildung oder in der Freizeit unterwegs zu sein. Lucas Keel, Vizepräsident der Regio Wil, betonte deshalb die Bedeutung des Projekts für die ganze Region. «Wenn man an die Zukunft glaubt, sagt man Ja zum Bahnhof», sagte er. Es gehe nicht um einzelne Veloständer, sondern darum, wie sich die Region weiterentwickeln kann.
Rund die Hälfte der Kosten wird übernommen
Knapp die Hälfte der Projektkosten von rund 63,7 Millionen Franken übernehmen Bund, Kanton und weitere Partner. Für die Stadt Wil bleiben rund 33,4 Millionen Franken. Dazu kommen jährliche Betriebskosten von etwa 65’000 Franken. Wird das Projekt abgelehnt, gehen über drei Millionen Franken an bisherigen Planungskosten verloren. Auch die Beiträge von über 30 Millionen Franken stehen auf dem Spiel. Müsste das Projekt neu geplant werden, verzögert sich der Bau des Bahnhofplatzes um mindestens zehn Jahre verzögern. Zudem entstehen erneut nicht abschätzbare Planungskosten.
Am 29. November entscheidet die Bevölkerung
Stadtrat und Stadtparlament empfehlen der Wiler Stimmbevölkerung ein Ja zum Baukredit am 29. November. Der Stadtrat steht geschlossen hinter dem Projekt, das Stadtparlament hat ihm mit einer deutlichen Mehrheit von 26 zu 11 Stimmen zugestimmt. Bei einer Annahme könnten die nächsten Planungsschritte 2027 beginnen, der Baustart wäre ab 2029 vorgesehen.