Ein Virus mit dem Namen Corona hat die Gesellschaft unvorbereitet erschüttert und die ganze Welt auf den Kopf gestellt. Massnahmen sind ausgelöst worden, die sich zuvor niemand hatte vorstellen können. Viele Handlungen waren der Angst und der Unsicherheit geschuldet. Der befürchtete grosse Knall mit Hunderttausenden von Infizierten und Tausenden von Toten ist glücklicher weise ausgeblieben. Im Rückblick hat der behördlich verordnete Lockdown seine Wirkung nicht verfehlt und mittlerweile führen Lockerungen zur Wiederbelebung unserer Gesellschaft.

Höchste Zeit, sich mit der Zeit nach Corona auseinander zu setzen. Angst, Schockstarre und Pessimismus haben jetzt mit Sicherheit nichts verloren. Uns bleibt nichts anderes übrig als die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und gesundheitlichen Folgen dieser Pandemie gemeinsam zu bewältigen. Optimismus und Zukunftsglaube heissen dazu die Zauberwörter. Wir brauchen Handlungen, die Innovationen und Investitionen auslösen. Solidarität ist die Grundlage, damit unsere Gemeinschaft diesen Stress- und Charaktertest erfolgreich besteht. Gemeinsinn steht auch im Zentrum des Wirkens des Vereins WPO. Er bündelt die Kräfte von Wirtschaft und Politik – und genau das ist jetzt ganz besonders wichtig, um die Arbeits- und Ausbildungsplätze in unserer Region erhalten zu können.

Das griechische Wort «krisis» bezeichnet den Höhe- oder Wendepunkt einer gefährlichen Lage. Neben dem ganzen Leid und den gravierenden wirtschaftlichen Folgen bin ich über-zeugt, dass auch diese Krise Chancen in sich birgt. Zum Beispiel zu sehen, was die wirklich wichtigen Werte für eine funktionierende Gesellschaft sind, nämlich Solidarität, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt. Corona hat uns vor Augen geführt, dass es mehr Wertschätzung für systemrelevante Berufsgruppen braucht, dass das Home-Office keine Ausnahme bleiben darf, dass wir den Weiterausbau der digitalen Infrastruktur vorantreiben und den lokalen Handel berücksichtigen müssen.

All das wird uns viel Geld kosten. Aber wir können und müssen uns das leisten. Dass es möglich ist, zeigt uns die heilige Corona. Der Legende nach war sie eine Märtyrerin. Erst 16-jährig wurde sie grausam hingerichtet. Seither wird sie als Patronin des Geldes und der Schatzgräber verehrt – in diesem Sinne braucht uns also vor der Zukunft nicht bange zu sein!

Hansjörg Brunner, Präsident WirtschaftsPortalOst


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